Dr. med. Teodosiu
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Kontrazeption

Kontrazeption / Empfängnisverhütung

Was ist Empfängnisverhütung?

Ziel der „ Verhütung „ ist es zu verhindern, dass sich die Eizelle der Frau und die Samenzelle des Mannes vereinigen und eine ungewollte Schwangerschaft entsteht“.

Hierzu können verschiedene Methoden, Präparate und Mittel angewendet werden. Deshalb sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr oder bei einem Wechsel der Methode ein ausführliches Gespräch mit einem Arzt oder einer ärztin erfolgen.

Pearl-Index:

Mit dem Pearl-Index kann die Sicherheit eines Verhütungsmittels bewertet werden. Er gibt an, wie viele von 100 sexuell aktiven Frauen schwanger werden, wenn diese eine bestimmte Methode über ein Jahr anwenden. Der Pearl-Index beträgt ohne Verhütung 85. Je kleiner der Pearl-Index ist, desto sicherer ist die Methode.

DER WEIBLICHE ZYKLUS

Kontrazeption
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In der ersten Zyklushälfte (Zeitraum zwischen dem ersten Blutungstag und dem Eisprung) reifen mehrere Eibläschen im Eierstock heran, von denen eines beim Eisprung in den Eileiter entlassen wird. Der Eierstock produziert auch das östrogen, welches einen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut bewirkt und dafür sorgt, dass der Schleimpropf am Gebärmutterhals (Zervix) für Spermien durchdringbar wird.
In der zweiten Zyklushälfte (Zeitraum vom Eisprung bis zum Blutungsbeginn) wird das gesprungene Ei vom Eileiter aufgenommen und zur {TOOLTIP:gebärmutter} transportiert. Der Eierstock produziert nun das Gelbkörperhormon (Progesteron), das natürliche Gestagen, welches die Gebärmutterschleimhaut für die mögliche Einnistung des befruchteten Eies vorbereitet

Pille:
Pearl-Index von 0,05 – 0,9
(Orales hormonales Kontrazeptivum mit östrogenen und Gestagenen)

Die Wirkung der Pille beruht auf dem Ausbleiben der Reifung des Eibläschens im Eierstock sowie des Eisprungs. Ferner verändert sich die Gebärmutterschleimhaut und der Zervixschleim. Der Vorteil der Pille liegt in der hohen Sicherheit, den zahlreichen positive Zusatzwirkungen und er Einfachheit der Anwendung bereits für junge Frauen. Nebenwirkungen können u.a. Brustspannen, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen und Blutungsstörungen sein. Das Risiko für Blutgerinnsel ist durch die Einnahme von östrogenen etwas erhöht. Daher sollte bei zusätzlichen Risikofaktoren wie z.B. Rauchen, übergewicht und erhöhtem Blutdruck die Einnahme von östrogenen kritisch abgewogen werden. Erwünschte Nebenwirkungen hingegen können die Besserung von Hautunreinheiten und Haarausfall sowie die Verminderung der Regelbeschwerden sein. Man unterteilt die Pillenpräparate nach ihrer unterschiedlichen Zusammensetzung der östrogene und der Gestagene in Einphasenpräparate, zwei- und dreistufige Kombinationspräparate sowie Zweiphasen-bzw. Sequenzpräparate. Die heute gebräuchlichen, niedrig dosierten Einphasen- und Mehrstufenpräparate werden als Mikropillen bezeichnet.

Bei allen Präparaten folgt nach 21 Tagen ein hormonfreies Intervall von 7 Tagen, welches zu einer regelartigen Abbruchblutung führt.

Vaginalring:
Pearl-Index von 0,65
(Depotpräparat mit östrogen-Gestagen-Kombination)

Der Ring wird in Die Scheide für einen Zeitraum von 21 Tagen eingeführt und gibt dort kontinuierlich östrogen und Gestagen ab. Hierdurch wird genau wie bei der Pille der Eisprung gehemmt, der Zervixschleim und der Aufbau der Gebärmutter-schleimhaut verändert. Die möglichen Nebenwirkungen entsprechen im Wesentlichen denen der Pille.

Hormonpflaster:
Pearl-Index von 0,88
(Depotpräparat mit östrogen-Gestagen-Kombination)

Die etwa 20cm² großen Pflaster werden entweder auf das Gesäß, den Bauch, die Außenseite der Oberarme oder des Oberkörpers geklebt. Nach 3 Wochen Anwendung wird eine pflasterfreie Pause von 7 Tagen eingelegt, in der es zur Abbruchblutung kommt. Die Pflaster geben kontinuierlich ein östrogen und ein Gestangen ab. Durch die Hormonwirkung wird der Eisprung gehemmt, das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut verringert und der Zervixschleim verdickt, genau wie bei der Pille. Als Nebenwirkungen können Brustspannen, Kopfschmerzen, übelkeit, schmerzhafte Blutungen sowie Hautreizungen an der Klebestelle auftreten.

Minipille:
Pearl-Index von 0,5 -3
(Orales hormonales Kontrazeptivum mit Gestagen)

Alleinige Gabe von niedrig dosierten Gestagenen ohne Einnahmepause. Dadurch kommt es zu einer Veränderung und Vermeidung des Zervixschleims und der Gebärmutterschleimhaut, so dass Spermien nicht aufsteigen können bzw. eine befruchtete Eizelle sich nicht einnisten kann. Der Eisprung wird nicht in allen Fällen gehemmt. Als Nebenwirkungen können u.a. Zyklusstörungen und Hautveränderungen auftreten.

Hormonhaltige Spirale:

Kontrazeption

Pearl-Index von 0,05 -0,2
(Gestagenhaltiges Intrauterinsystem)
Die gestagenhaltige Spirale gibt über fünf Jahre kontinuierlich sehr geringe Wirkstoffmengen an die Gebärmuter ab. Dadurch verringert sich das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut. Zusätzlich bildet sich als Barriere für Spermien und Bakterien ein Schleimpfropf im Gebärmutterhals. Der Eisprung wird nicht gehemmt. Als Nebenwirkungen können u.a. Zyklusstörungen bis hin zum Ausbleiben der Menstruation, Kopfschmerzen, Hautveränderungen und Brustspannen auftreten.

Kupferhaltige Spirale:
Pearl-Index von 0,5 – 3(Kupferhaltiges IUP)

Die kupferhaltige Spirale wirkt u.a. durch die schädigende Wirkung der Kupferionen auf die Spermien und durch eine Fremdkörperreaktion in der Gebärmutterhöhle. Mögliche Nebenwirkungen sind verlängerte oder schmerzhaftere Blutungen. Es kann zu Entzündungen im Bereich der Eileiter und Eierstöcke kommen, die zu einer Unfruchtbarkeit führen kann.

Depotspritze:
Pearl-Index von 0,4 (Depotpräparat mit Gestagen)

Alle zwei bis drei Monate wird eine Spritze mit Gestagen in hoher Dosierung z.B. in den Oberarmmuskel verabreicht. Es kommt zu einer Veränderung der Gebärmutterschleimhaut sowie des Zervixschleims. Auch der Eisprung wird verhindert. Nachteile sind Gewichtszunahme, Akne, Zyklusunregelmäßigkeiten oder das Ausbleiben der Menstruation, auch noch einige Zeit nach dem Absetzen der Spritze.

Hormonimplantat:
Pearl-Index von 0 (Depotpräparat mit Gestagen)

Ein gestagenhaltiges Kunststoffstäbchen wird unter die Haut an der Innenseite des Oberarmes implantiert. Dieses gibt den Wirkstoff über drei Jahre hinweg in geringen Dosen in den Organismus ab. Dadurch wird der Eissprung verhindert und der Zervixschleim verändert. Als Nebenwirkungen können u.a. Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Akne, Brustspannen und Zyklusstörungen bis hin zum Ausbleiben der Menstruation auftreten.

NATÜRLICHE VERHÜTUNGSMETHODEN

Vorraussetzung ist ein regelmäßiger Zyklus,
Disziplin und die Bereitschaft, mit zeitlichem Aufwand den eigenen Körper kennen zu lernen.

An den fruchtbaren Tagen muss zusätzlich eine alternative Verhütung angewandt oder der Geschlechtsverkehr vermieden werden.

Temperaturmethode:

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Pearl-Index von 1, bei der erweiterten Form von 3

Mittels der täglichen morgendlichen Messung der Körpertemperatur werden die fruchtbaren Tage bestimmt. Grundlage dieser Methode ist, dass nach dem Eisprung durch die Bildung des Gestagens die Körpertemperatur ansteigt. Der Geschlechtsverkehr sollte auf die sicher unfruchtbaren Tage nach dem Eisprung beschränkt werden. Erweiterte Form: Der Geschlechtsverkehr findet auch in den weniger zuverlässig unfruchtbaren Tagen vom ersten Zyklustag bis sechs Tage vor dem frühest gemessenen Temperaturanstieg statt.

Schleimstrukturmethode nach Billings:
Pearl-Index von 2 – 15

Bestimmung des Eisprunges, indem der Zervixschleim beurteilt wird. Durch den östrogenanstieg vor dem Eisprung erfolgt eine Mengenzunahme des Schleimes und dieser wird klarer und „spinnbarer“.

Symptothermale Methode nach Roetzer:
Pearl-Index von 1 – 2

Die Temperaturmethode und Schleimstrukturmethode sollten immer zusammen angewandt werden. Sie ist eine der sichersten Arten, natürlich zu verhüten.

Computergestützte Verhütung:
Pearl-Index von 2 – 10

Diese Verfahren basieren entweder auf Temperaturwerten (Pearl-Index von 5 – 10), auf der Messung von Hormonen im Urin (Pearl-Index 6) oder auf der Kombination von beidem (Pearl-Index von 2 – 6).

CHEMISCHE METHODEN

Spermizide:
Pearl-Index von 3 – 25

Schaum, Tabletten, Zäpfchen, Cremes, Gels oder Schwämme schränken die Spermien in ihrer Beweglichkeit ein und töten sie ab.

BARRIERE-METHODEN

Diese Methoden verhindern durch eine mechanische Barriere das Vordringen der Samenzellen in die Gebärmutter. Mögliche Nebenwirkungen sind Scheideninfektionen. Die Sicherheit kann durch Spermizide noch erhöht werden.

Kondom für den Mann:
Pearl- Index von 2 -12

Das Kondom bietet den besten Schutz gegen Infektionskrankhieten (HIV, Hepatitis und andere sexuell übertragbare Krankheiten). Die Sicherheit ist in hohem Maße von der korrekten Anwendung abgängig.

Kondom für die Frau:
Pearl-Index von 6 – 10

Das latexfreie Kondom wird vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und mit einem Ring vor dem Scheideneingang gesichert. Dies ermöglicht es der Frau, sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen.

Diaphragma:
Pearl-Index von 2 – 20

Das Diaphragma besteht aus einem mit Gummi überzogenen, flexiblen Metallring und einer Membran aus dünnem, nachgiebigen Gummi. Auf dieses wird ein Spermizid aufgetragen und in die Scheide eingeführt.

Portiokappe:
Pearl-Index von 6

Eine Kunststoffkappe wird auf den Muttermund gesetzt. Zusätzlich sollten Spermizide verwendet werden. Die Portiokappe bietet zusätzlich einen geringen Schutz vor aufsteigenden Infektionen.

CHIRURGISCHE METHODEN

Diese sollten nur bei abgeschlossener Familienplanung durchgeführt werden, da eine spätere chirurgische Wiederherstellung der Fruchtbarkeit oft nicht möglich ist.

Sterilisation der Frau:

Pearl-Index von 0,1

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Mittels einer Bauchspiegelung (minimal invasive Laparoskopie-Knopfloch-Chirurgie) wird die Durchgängigkeit der Eileiter unterbunden. Der Transport der Eizellen wird dadurch verhindert, während die Hormonproduktion in den Eierstöcken und das sexuelle Empfinden nicht beeinträchtigt werden.
Sterilisation des Mannes:
Pearl-Index von 0,15 – 0,25

Die Durchgängigkeit der Samenleiter wird unterbunden, so dass der Samentransport verhindert wird. Die Hormonproduktion im Hoden, des sexuelle Empfinden und die Potenz werden nicht beeinträchtigt.

VERHÜTUNG NACH DEM GESCHLECHTSVERKEHR

„Pille danach“:
Pearl-Index von 0,1-2,6
(Hormonelle Implantationshemmung durch Gestagene)

Nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr kann die Frau innerhalb eines Zeitraumes von 2-3 Tagen eine hormonhaltige Pille zur nachträglichen Empfängnisverhütung einnehmen. Dabei sollte es sich allerdings stets nur um eine Ausnahmeregelung handeln. Mögliche Nebenwirkungen können Blutungsstörungen, Brustspannen und übelkeit sein.

Kupferhaltige Spirale:
Pearl-Index von <1
(Implantationshemmung durch ein kupferhaltiges Intrauterinpessar)

Bis zu 6 Tage nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr kann eine Kupferspirale gelegt werden, welche die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut verhindert.

AUSBLICKE FÜR DIE ZUKUNFT

Pille für den Mann:
Die Pille soll die Samenproduktion des Mannes unterdrücken.

NICHT ZU EMPFEHLENDE VERHÜTUNGSMETHODEN

Die folgenden Verhütungsmethoden bieten einen geringeren Schutz als die vorgestellten Methoden. Daher sind sie nicht zu empfehlen.

Verlängerte Stillperiode:
Pearl-Index unbekannt

Das Ausbleiben der Regelblutung während der Stillzeit bedeutet keinen sicheren Empfängnisschutz, da nicht vorauszusagen ist, wann der erste Eisprung stattfinden wird.

Abgebrochener Geschlechtsverkehr:
Pearl-Index von 10-38
(Coitus interruptus „ Aufpassen“)

Der Samenerguss findet außerhalb der Scheide statt. Häufig werden jedoch vor einem Samenerguss unmerklich geringe Mengen samenhaltiger Flüssigkeit abgegeben, die zu einer Empfängnis führen können.

Scheidenspülung:
Pearl-Index von 31

Nach dem Geschlechtsverkehr wird die Scheide gespült. Die Spermien können jedoch bereits vor der Spülung die {TOOLTIP:gebärmutter} erreichen.

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